 |
GLAS Automobil Club International e.V. |
 |
in Schwetzingen vom 5. bis 6.7.2003
Stefan Dierkes ruft mich an. (Das ist der Mann, der sich so aktiv um das Thema Frua bemüht. Siehe auch www.pietro-frua.de) "Du, ich habe mit Bob Gathercole in England gesprochen und wir können eine eigene Frua-Klasse beim Concours d`Elegance in Schwetzingen gestalten! Kümmerst du dich um die GLAS? Aber die müssen schön sein!" Klar, kein Problem. Da alles schnell gehen muß, die Veranstaltung ist in vier Wochen, kommt Stefan mit seiner Frau Antje am Wochenende zum GLAS-Treffen nach Monschau um die Wagen noch selbst in Augenschein zu nehmen. Nach einigen Zusagen, Absagen, dem Umlegen persönlicher Termine potenzieller Teilnehmer steht die Auswahl an GLAS-Fahrzeugen:
Horst Geibel wird mit seinem V 8 3000 kommen, Klaus Ratschinski bringt die 1700 Limousine mit, Jürgen Wendt lässt seinen 1300 GT Cabrio mit einem Sammeltransport des Veranstalters nach Schwetzingen schaffen und kommt auf der Rückfahrt vom Urlaub selbst nach Schwetzingen und wir (Conny, meine Frau und ich) fahren mit dem 1700 GT Coupé hin. Somit ist GLAS komplett.
Stefan hat inzwischen die anderen Frua-Wagen organisiert. Dabei ist es immer wieder erstaunlich: Einzelstücke sind einfach zu finden, da die Besitzer bekannt sind. Sie werden direkt angesprochen und sagen ja oder nein. Muss man über Clubs gehen ist es viel schwieriger überhaupt Wagen zu bekommen, da die internen Leitungen nicht sonderlich gut zu funktionieren scheinen.
Die Woche vor dem "großen Termin" wird der eigene GLAS natürlich noch einer ausgiebigen "Schönheitskur" unterzogen und in möglichst vielen Winkeln gesäubert, gesaugt und poliert. Außerdem sollen auf Bitten von Stefan alle Aufkleber verschwinden.
 |
 |
 |
| Veranstaltungsort des Concours: Schloss Schwetzingen mit seinen wunderbaren Parkanlagen |
 |
 |
| Die GLAS Frua-Fahrzeuge auf dem heiligen Rasen des Concours von Schloss Schwetzingen. |
Der Freitag naht und wir machen uns im GT auf nach Schwetzingen. Es regnet, teilweise sintflutartig! Am Ziel ist also erst mal wieder Wagenwaschen angesagt. Mit der Zeit treffen alle Fahrzeuge ein und werden auf den ganzen Zentralbereich des Schlossgartens verteilt. Der große Kreis der Rasenflächen, der das Halbrund der Schlossbauten vervollständigt, ist durch Wege in acht Segmente aufgeteilt. In jedem dieser "Kuchenstücke" stehen etwa 20 bis 25 Wagen, aufgeteilt in acht Fahrzeugklassen. Die Klasse "K" sind die Frua-Fahrzeuge. Außer von GLAS sind noch folgende andere Wagen zu bestaunen:
- BMW 1600 GT (der einen Tag vor Veranstaltungsbeginn noch ein AC Coupé ersetzt) in einem schönen Silber-metallic,
- die beiden einzigen restaurierten und voll fahrbereiten Lloyd Alexander Frua, wunderbare Fahrzeuge, jeder etwas anders, da die 49 gebauten (davon existieren noch 16) eher Einzelstücke als Serienwagen sind, obwohl sie jeder für gleich halten würde
- Osca MT 4 Barchetta, (was Boot heißt) und so klein, schlank und zierlich ist das Auto auch
- Maserati A6G Cabrio, ein typischer Vertreter der frühen Frua-Aera, mit schlankem Körper und wuchtigem Kühlergrill
- Fiat 1100TV Spider, viel zierlicher, aber auch hochbeiniger als der Maserati. Der Vorbau sieht durch die weit vorstehenden Stoßstangen größer aus, als er in cm gemessen ist
- Maserati Mistral als Coupé und Spyder, wohl eine der gelungensten Formen von Pietro, besonders das Coupé mit seiner großzügig verglasten Heckklappe
- Maserati Kyalami, (eigentlich gar kein richtiger Frua und auch kein Maserati)
- Maserati Quattroporte 1 aus der Sammlung der GLAS-Club-Mitglieder Michel, der auch noch am Tag vorher entgültig fertig wurde und die Zierleiste unter der Tür bekam,
- AC 428 Convertible, ein großer, schwerer Wagen mit einer amerikanischen V 8-Maschine, der aber durch geschickt Gestaltung viel zierlicher und trotzdem elegant wirkt
- Renault Caravelle Cabrio in einer frühen Ausführung, noch mit dem ovalen Tachometer, hier ganz in weiß und natürlich der
- einzige noch existierende Opel Kadett Italsuisse Spider von Stefan Dierkes.
 |
 |
 |
| Kleinserie: Lloyd Alexander Coupe von Pietro Frua, 1959 |
 |
 |
 |
| Frua-Kleinserie: Maserati A6G 54 Spider von 1957 | Die Glas werden "Angedudelt". |
 |
 |
 |
| Fiat 1100 TVR Spider | Frua-Einzelstück: Osca MT4 Barchetta von 1953 |
 |
 |
 |
| Frua-Einzelstück: Kadett A Italsuisse Spider 1964 | Parade der FRUA-Fahrzeuge. |
Sind - Strich drunter - 17 Wagen!!! Kein schlechtes Ergebnis für lediglich vier Wochen Vorbereitungszeit!
Am Samstag sollen alle Teilnehmer bis 10 Uhr bei den Fahrzeugen sein, denn dann beginnt die Jury mit dem Bewerten der Wagen. Das hieß erst mal abledern und dann noch mal überpolieren. Schließlich will man ja neben den "Nobel-Hobeln" nicht ganz abfallen. Was aber genau bewertet wird, da lässt sich die Jury nicht in die Karten sehen. Dem Ergebnis nach kommt es aber darauf an: Berühmte Marke, Einzelstück, Coupé oder Cabrio, super restauriert und mit der Zahnbürste gepflegt. Genau in dieser Reihenfolge. So sehen den nachmittags auch die Sieger in unserer Klasse aus: Erster wird der Maserati Kyalami, die beiden anderen Plätze teilen sich die beiden Mistral. Die anderen Frua hatten wohl keine Chance! Darüber wird danach zwar heftig diskutiert, aber echte Chancen hatte sich wohl auch keiner ausgerechnet.
Sonntag: Ui, heute sieht es richtig nach schönem Wetter aus! Zwar hat es bisher nur nachts geregnet, aber der Samstag war ständig bedeckt und jetzt kommt richtig die Sonne raus. Also das richtige Wetter um sich gemütlich in die Klappstühle zu "fletzen" und einen ausgiebigen Rundgang zu den anderen tollen Oldies zu machen. Schließlich sind heute nicht nur die Autos toll herausgeputzt, sondern auch die Besatzungen haben sich in zeitgenössische Schalen entsprechend der Epoche der Wagen gestürzt. Da werden Grammophone ausgepackt und die Schlager von damals abgespielt. Einige lassen das Geschirr der Großmutter zu neuen Ehren kommen und dekorieren es auf Mahagoni-Klapptischchen. Dazu noch eine "100-Jahre-Modenschau mit der Kleidung aller Epochen. Und warum das alles? Erstens macht es den Leuten unheimlichen Spaß, was sich unschwer an den leuchtenden Augen ablesen lässt, und außerdem gibt es dafür wieder Sonderpreise!
 |
 |
 |
| Delahaye 135, 1937 | Zeitgenössisches Picknick im Grünen |
 |
 |
 |
| Der GLAS 1700 GT von Andreas Schey wird von der Jury begutachtet |
Apropos Preise: Ich habe mal nachgezählt: So etwa 70 Preise wurden durch die Jury vergeben. Also hat etwa jedes zweite Team eine Trophäe mit nach Hause nehmen dürfen.
Was haben jetzt wir von dieser Veranstaltung mit "nach Hause genommen"?
Es ist ein wunderbares Erlebnis, die vielen tollen Wagen (auch natürlich die eigenen) in dieser einzigartigen Kulisse (liebevoll gepflegte Gartenanlagen in einem stilvollen Gebäudeambiente) zu bestaunen, bewundern und fotografieren zu können. Und um diese Fülle der Fahrzeuge und gar in dieser Qualität ansehen zu können muss man schon mehrere Automuseen abklappern. Insofern finde ich auch die 14 Euro, die der Eintritt für Besucher dieser Show kostet, angemessen. Nur haben das offensichtlich bisher nur wenige erkannt, denn die Besucher waren nicht üppig zugegen.
Wir Teilnehmer hatten, vorwiegend natürlich mit denen aus der umliegenden Frua-Klasse, viel Zeit und Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zum ausgiebigen Klönen. Und das tollste: Autos, Reise und Hotel musste man selbst bezahlen, die Veranstaltung selbst war inklusive der Mahlzeiten völlig kostenfrei. Den Sponsoren sei Dank!
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung unter: www.european-concours.com.
Andreas Schey
Achtung: einen ausführlichen Bericht über das 2. Internationale FRUA-Treffen anläßlich des Concours d`Elegance in Schwetzingen mit mehr als 220 hochwertigen Fotos finden Sie unter www.pietro-frua.de
In der Motor-Klassik 8/2003 Seite 42-45 erschien ein stark Frua-lastiger Artikel über den Concours unter dem Titel "Krönungs-Zeremonie", auf einem Bild kann man sogar einen GLAS erahnen und auch im Text wir GLAS mal beiläufig erwähnt. Dafür wird Lloyd recht ausführlich behandelt.
"Nur vom Feinsten" betitelt Oldtimer-Markt 8/2003, Seite 42-45, den Bericht über den Concours, in welchem die Frua-Sonderschau (und GLAS) weitgehendst ignoriert wird. Immerhin gibts ein Bild von Stefan Dierkes Frua-Kadett.
AvD (2003): 3. European Concours d'Elegance www.avd.de
Classic Data online (2003): Schwetzingen. Europäisch elegant.
Madle, Peter (2003): European Concours d´Elegance Schwetzingen.
der Webmaster
 |
 |
 |
| Der strahlende Gewinner | Vorkriegs-Eleganz |
Bilder: Jürgen Wendt, Text: Andreas Schey
Klasse K – Geschichte der Carrozzeria Pietro Frua 1944-1983
Class K – History of Coachbuilder Pietro Frua 1944-1983
| 1953 |
Osca MT4 Barchetta |
A Pickering & R Earl |
| 1955 |
Maserati A6G 54 Coupe |
A Green |
| 1957 |
Fiat 1100 TV Spider |
G Cantaluppi |
| 1957 |
Maserati A6G 54 Spider |
Rosso Bianco Collection |
| 1959 |
Lloyd Alexander Coupe |
D Lemmermann |
| 1962 |
Maserati 3500 GTI Coupe |
G Kornhas |
| 1963 |
Maserati Quattroporte I |
M Lang |
| 1963 |
Maserati Mistral Coupe |
W Burgmer |
| 1964 |
Opel Kadett A Italsuisse Spider |
S Dierkes |
| 1964 |
Maserati Mistral Spider |
M Wilms |
| 1965 |
Glas 1300 GT Coupe |
A Schey |
| 1965 |
Glas 1700 Limousine |
K Ratschninski |
| 1965 |
Renault Caravelle Cabriolet |
R Veit |
| 1965 |
AC 428 Convertible |
D Jones |
| 1966 |
Glas 1300 GT Cabriolet |
J Wendt |
| 1967 |
AC 428 Coupe |
T.B.A. |
| 1967 |
Glas 1300 GT Coupe |
J Schmidt |
| 1969 |
BMW Glas 3000 V8 |
E Geibel |
| 1978 |
Maserati Kyalami |
L de Weijer |
Die Einladung: Zum 90. Geburtstag von Pietro Frua ist es Stefan Dierkes gelungen, eine große Ausstellung von Frua-Fahrzeugen zu organisieren!!! Beim "European Concours d`Elegance" in Schwetzingen bei Heidelberg wird es eine Show von 18 Frua-Fahrzeugen geben. Serienmodelle von GLAS, Renault und Maserati stehen neben Kleinserienfahrzeugen von AC und Lloyd und Einzelstücken von OSCA, Opel und anderen. Ort: Schloßpark in Schwetzingen, Uhrzeit: 10 bis 18 Uhr, Eintrittspreis: leider 14 Euro, Familienkarte 30 Euro. (Daneben gibt es als "Zugabe" noch etwa 150 weitere edle Fahrzeuge vieler Marken zu bestaunen und natürlich locken auch das Schloß und der schöne Schloßgarten für die Damen. Also ein Wochenendvergnügen für die ganze Familie!)
|