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Goggomobil in Menorca
Anläßlich eines Kurzurlaubs auf Menorca hatten Bine und ich im Juni 2004 einen netten Spanier kennen gelernt, der das einzige Goggomobil auf dieser kleinen Schwesterinsel von Mallorca besitzt. Weil an dem Wagen viel Arbeit nötig war, er jedoch über keinerlei Schrauberkenntnisse und Werkzeug verfügte, bot ich ihm an, er solle den Wagen nach Berlin bringen, ich würde ihn dann instand setzen...
Wir staunten nicht schlecht, als am 4. Januar das Telefon klingelte und "unser" Spanier dran war: Er sei jetzt in Bayreuth und morgen würde er in Berlin eintreffen samt Goggo im gemieteten Mercedes Sprinter. Bine meinte, vor Aufbau des Gästebetts müsste ich mein Zimmer gründlich aufräumen. Ich fand, so schlimm sah es gar nicht aus. Und dann stand er vor der Tür: Valentin, 47 Jahre, Sohn eines Fischers und neben dem Goggo noch Eigner eines Wartburg 353 Pick Up. Die Goggo-Limousine, Bj'64 und in Spanien hergestellt, war im Karosseriebereich gar nicht schlecht, weil sie wohl nur selten Regen gesehen hatte. Wesentlich schlimmer sah es mit der Technik aus: Nunmehr 20 Jahre in seinem Besitz, hatte Valentin immer nur solange fahren können, bis die Batterie leer war, denn der Regler hatte von Anfang an nicht funktioniert. Die Bremsen brauchten eine komplette "Runderneuerung" und im Motorraum galt es, 2 kg Bosch-Hochleistungszündspulen zu entfernen, die man dort mit Treibschrauben und der Bemerkung befestigt hatte, die "kleinen" würden nichts taugen. Quer durch den Tunnel hatte man einen massiven Bolzen getrieben, wie er auch im Brückenbau Verwendung findet. An ihm waren Sicherheitsgurte befestigt. Nichts gegen Sicherheit, aber Valentin hat sich doch gefreut, als nach Entfernung des Bolzens seine Gänge wieder leicht reingingen, ohne sofort wieder herauszuspringen. Der Bolzen hatte so stark auf die Schaltstange gedrückt, dass die Führungsbuchse aus Kunststoff herausgequetscht wurde und das Einlegen der Gänge die Kraft eines gut trainierten Schmieds erforderte. Nach Einbau eines intakten Reglers fielen mir plötzlich die großen Märchenaugen von Valentin auf: Er hatte die (jetzt leuchtende) Ladekontrolllampe am Armaturenbrett entdeckt und wollte erklärt haben, was das denn nun plötzlich sei. Um den Originalzustand wieder herzustellen, entfernten wir die Rückleuchten unbekannter Herkunft und brachten an den B-Säulen wieder Blinker an. Ein Achsschenkelbolzen musste erneuert und das Lenkrad gerade gestellt werden. Zwei neue Reifen wurden noch montiert und die Hupe instand gesetzt, dann war das Gröbste geschafft und wir starteten nach Zündungs- und Vergaserüberarbeitung (die Düsen waren nach dem Zufallsprinzip eingebaut worden) zu einer 60 km Probefahrt. Der 350 ccm Motor (gabs nur in Spanien) beschleunigte zügig auf 80 km/h, was Valentin ungläubig zur Kenntnis nahm, hatte er es auf Menorca doch nur nach langem Anlauf auf 60 km/h gebracht. Nach 10 Tagen, in denen er auch die wichtigsten Teile von Berlin kennen lernte, trat Valentin wieder die Heimreise an. In Barcelona sollten dann die Karosserie und Lackarbeiten gemacht werden, und mit einigen neuen Chromteilen wird seine Limousine inzwischen in frischem Glanz erstrahlen. Valentin hat durchblicken lassen, dass wir beim nächsten Menorca-Urlaub keinen Mietwagen ordern müssten...
Bernhard Bergmann
Uwe Staufenberg hat ebenfalls das Goggomobil in Menorca besucht:
Bei unserem Aufenthalt auf Menorca hatten wir das große Vergnügen, dem einzigen Goggomobil auf den Balearen-Inseln zu begegnen. Es gehört Valentin Rossello, der es vor ungefähr 20 Jahren vom Erstbesitzer erworben hat. Eine Goggomobil Limousine T 350 aus spanischer Produktion, Bi. 1963, in gutem originalen Zustand. 2 Goggos liefen seinerzeit auf der Insel Menorca, das zweite wurde vor einigen Jahren verkauft und gehört jetzt einem neuen Besitzer auf dem spanischen Festland an der Costa Brava.
Stolz präsentiert sich Valentin neben seinem Goggo auf dem Berg "El Toro", der höchsten Erhebung der Insel. (300 Meter .. ). Er musste schon nach allen Regeln der Kunst überredet werden, mit seinem Goggo diesen "Gipfelsturm" über eine sehr steile und enge Serpentinenstraße (stellenweise 1. Gang!) in Angriff zu nehmen.
Uwe Staufenberg
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