GLAS Club
GLAS Automobil Club International e.V.

Goggomobil FM 350 Furgoneta

Furgoneta hieß ein Transport-Winzling, der in Spanien vom GLAS-Zentralimporteur in Madrid als Kastenwagen mit 350 ccm und 17 PS angeboten wurde. Basis bildete die Goggo Limousine. Hinter den beiden Vorderseiten begann der Kastenaufbau, der aus einfachem Blech mit längslaufenden Sicken bestand. Hinten hatte der Aufbau zwei Türen, in die zwei Fenster eingelassen waren.

Angeboten wurde der Furgoneta als preiswerte Alternative zu den größeren Goggomobil FurgonetaTransportern der Konkurrenz. Immerhin hatte das Fahrzeug eine Ladefläche von 1,48 Kubikmeter, da ließen sich schon eine Menge Tomatenkisten unterbringen. Auch für Bäckereien und kleine Handwerksbetriebe war der kleine Straßenfloh ideal. Es wurden wohl auch eine Reihe dieser Mini-Kastenautos verkauft.
Wahrscheinlich nicht nur wegen seiner Zweckmäßigkeit, sondern weil das Äußere des Kastenwagens harmonisch und ansprechend wirkte. Erkennbar ist, daß ein Pick-up auf Basis der Goggo Limousine möglich gewesen wäre. Man braucht sich nur den Kastenaufbau wegdenken.

Weitere Informationen zu Munguìa finden Sie in spanischer Sprache auf der Munguìa-Homepage
(http://www.grupo7.com/microcoches/goggo.htm).

Goggomobil Munguia
Goggomobil Munguia
Goggomobil Furgoneta Aufbau



Munguìa Industrial
Goggo's südländischer Vetter

Die Firma Munguìa Industrial S.A. (MUNISA) wurde am 22. Januar 1957 in Bilbao gegründet.
Erklärtes Ziel des Unternehmens war es, einen vielseitig verwendbaren Kleinwagen herzustellen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Fahrzeugen der damaligen Zeit sollte er die notwendigen Eigenschaften aufweisen, die erforderlich waren, um im Markt auch über längere Zeit zu bestehen.


Es wurden Kontakte zur Firma Hans Glas GmbH aufgenommen, die seit 1955 den Goggomobil-Kleinwagen mit großem Erfolg produzierte. Grund für den Erfolg des Goggomobils war, daß es ein nützliches Fahrzeug mit hervorragenden technischen Eigenschaften und ansprechendem Design war, welches sowohl den Bedürfnissen einer Familie, als auch dem Wunsch nach einer gewissen Transportkapazität gerecht wurde. Das Goggomobil sprach auch jene Bevölkerungskreise an, die normalerweise nicht daran gedacht hätten, ein Auto zu kaufen und seit jeher auf öffentliche Verkehrsmittel oder Zwelräder angewiesen waren.
Munguia Werbung Die Zusammenarbeit mit der Hans Glas GmbH begann am 9.April 1957 (mit späterer Zustimmung des spanischen Staates). Ziel war die Produktion des Goggomobils in Spanien. Um dies zu realisieren, sollte in Munguia (Vilzcaya) eine neue Fabrik errichtet werden.
Bedingt durch das damalige spanische Wirtschaftssystem gab es in der Aufbauphase erhebliche Probleme und Verzögerungen, da der Import von Maschinen, Ausrüstung und Teilen für die Produktion nahezu unmöglich war. Man war daher gezwungen, vorwiegend inländische Lösungen anzuwenden, was zu größeren Verzögerungen führte. Die Gebäude wurden Ende 1960 fertiggestellt und 1961 konnte mit der Produktion begonnen werden. Anlauf der Serienproduktion des Goggomobils war Anfang 1962. Wiederum gab es Probleme, da das Baskenland zu jener Zeit von einer Streikwelle getroffen wurde.
Trotz der eingeschränkten Produktion lag die Zahl der im ersten Jahr fertiggestellten Autos bei 1.100. Im zweiten Jahr konnte sie erheblich gesteigert werden: In der ersten Hälfte wurden 320 Autos pro Monat hergestellt (Diese Menge hatte man allerdings schon für das erste Produktionsjahr anvisiert.). Für die zweite Hälfte des Jahres 1963 war eine Steigerung bis auf 500 Fahrzeuge monatlich vorgesehen, als die spanische Wirtschaft eine ernste Krise erlitt und die finanziellen Möglichkeiten stark eingeschränkt wurden. Diese Misere hatte zur Folge, daß statt der geplanten 4.500 Einheiten nur 2.100 Autos auf den Markt gebracht werden konnten.
Mittlerweile konnte das Goggomobil schon einige sportliche Erfolge in Spanien aufweisen: Goggomobile waren erfolgreich bei der Valencia Rallye, sowie bei anderen Rennsportveranstaltungen in Madrid, Salamanca, Bilbao, Valladolid und Burgos.
1964 versuchte man mit einem niedrigeren Verkaufspreis, sowie mit Zahlungsaufschüben und Ratenzahlungen den Verkauf wieder anzukurbeln. Diese Maßnahmen führten dann auch zum gewünschten Erfolg, so daß bis zum Herbst relativ stabile Verkaufszahlen verzeichnet werden konnten. In diesem Jahr wurden 1.900 Fahrzeuge hergestellt.
1965 wurde der Kleintransporter auf Basis der Limousine entwickelt, dessen Nutzlast bei 250kg lag. Im gleichen Jahr wurde auch das Goggomobil T350 entwickelt. Diese Version hatte einen größeren Hubraum und ein Fahrgestell mit verlängerten Radstand, wodurch vier Erwachsene bequem transportiert werden konnten.
Folgende Modelle wurde von Munguìa Industrial hergestellt:

  • C350 "Comercial"
  • T400 Sportversion mit größerem Hubraum
  • F350 Kleintransporter
  • S400 kleiner Transporter für große Familien
  • T400 etwas geräumiger, stärker, bequemer
  • T400"L" Luxusversion
  • F400"S" Lieferwagen
  • K400"S" Kombitransporter mit 2 oder 4 Liegesitzen

Munguia WerbungTrotz dieser Auswahl war der Markt für das Goggomobil 1965 sehr schwierig geworden, so daß insgesamt nur 450 Einheiten aller Versionen produziert wurden. Da man keine zufriedenstellenden Ergebnisse verbuchen konnte, wurde im darauffolgenden Jahr beschlossen, lediglich die Limousine S400 weiter zu produzieren. Die Tatsache, daß noch viele unverkaufte Autos auf Halde standen, bremste die Produktion abermals. Insgesamt wurden 1966 nur 550 Einheiten hergestellt.
Trotz der vielen widrigen Umstände wurde das Goggomobil weitergebaut. Es wurden sogar Pläne ausgearbeitet, um die Fabrik zu erneuern und modernere Maschinen und Zubehör aus Deutschland einzusetzen. Parallel hierzu wurde mit GLAS darüber verhandelt, die Modelle Isar 700 und 1700 GT in spanischer Lizenz zu bauen. Dies scheiterte jedoch an fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten. Die Übernahme der Hans Glas GmbH durch BMW Ende 1966 brachte dann schließlich auch das Aus für die Goggomobilproduktiori in Spanien.

Übersetzung aus dem Spanischen: Marc Butz
Textbearbeitung: Uwe Staufenberg


Munguia S400 Munguia S400

Besonderheiten und Änderungen
an den Goggo's aus spanischer Produktion.

Hier beschrieben am Modell S 400:

  • verlängerter Radstand um mehr Platz auf der Rücksitzbank zu schaffen. Der Raumgewinn wurde in eine verlängerte Tür investiert. Dies erleichterte den Zugang zur Rückbank.
  • Zweite Frontscheibe anstelle der Heckscheibe. Hier gibt es zwei Denkanstöße, warum dieses gemacht wurde: 1. durch die gerade Dachlinie ergibt sich eine größere Kopffreiheit auf der Rückbank und 2. war vielleicht einfach das eine Material da, das andere nicht.
  • Da fallen so Kleinigkeiten wie:
    • Tankverschluß nach außen verlegt
    • Zuluftschlitze zur Motorkühlung rechts und links des Nummernschildes
    • nur eine Zündspule, dafür einen Verteiler
    • den spanischen Bestimmungen angepaßte Beleuchtung
    • Schalter im Armaturenbrett anders verteilt und Tachometer rechts der Lenksäule im Armaturenbrett
    schon gar nicht mehr ins Gewicht.

Fotos: Uwe Staufenberg

Munguia S400 Munguia S400