Der Kraka ist in jeder Hinsicht eines der skurrilsten Fahrzeuge der Nachkriegszeit. Das fing schon damit an, daß zunächst erst einmal seine Reifen erfunden wurden. Nicolas Straussler war der geistige Vater des Lipsoid-Reifens. Wahrscheinlich kann er für sich damit in Anspruch nehmen, den ersten Niederquerschnittsreifen der Welt entwickelt zu haben. Die Reifen versprachen konstruktionsbedingt eine hervorragende Geländegängigkeit und deshalb war es konsequent, damit ein Geländefahrzeug auszurüsten. Der Reifendruck konnte bis auf ein Minimum von 0,5 atü gesenkt und sogar 50 km ohne Luft gefahren werden, was ihn für militärische Zwecke äußerst reizvoll machte. Die niedrige Reifenaufstandsfläche - oder anders gesagt der niedrige Bodendruck pro Quadratzentimeter - sorgte für überlegene Traktion auch im sumpfigen Gelände. Straussler entwickelte 1958 bei WMD - Waggon + Maschinenbau Donauwörth, ein kleines Geländefahrzeug mit drei Rädern und 4 Sitzplätzen nebeneinander, das später bei der belgischen Firma FN in Serie ging.
Der FN-Motor wurde im Versuch sogar durch einen NSU-Wankelmotor ersetzt.
1962 brachte die Zweirad Union AG, Nürnberg, eine Weiterentwicklung dieser Fahrzeugidee mit vier Rädern auf den Markt und nannte das Fahrzeug schlicht Kraka.
In einem Prospekt stellte die Zweirad Union seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten für Flug- und Sportplätze, für Stadtverwaltung, Industriebetriebe und Autobahnämter heraus sowie wegen seiner enormen Zuladung, Zugkraft und Steigfähigkeit die Vorteile für Hoch-/Tief- und Straßenbau.
Es war jedoch klar, daß der Kraka bei der Bundeswehr seinen Hauptabsatz finden sollte. Er konnte sogar aus der Luft mit Fallschirmen abgeworfen werden. Herz des Krakas ist der 400 ccm Motor vom Goggomobil, der in der Leistung auf 15,5 PS bei 3.900 U/min gedrosselt wurde. Die Leistung wird über Kette direkt an die Hinterachse weitergeleitet, denn der Goggo-Motor hat bekannterweise ein integriertes Differential.
Drei Untersetzungen sind wahlweise einsetzbar. Kurios ist, daß der Kraka platzsparend ohne Zuhilfenahme von Werkzeug klappbar ist. Über Gelenke konnte er in der Länge von 2.760 mm auf 1.750 mm zusammengeklappt werden. Die Höhe läßt sich von 1.365 mm auf 795 mm reduzieren. Übrig bleibt ein handliches, raumsparendes Paket.
Die Vorderradaufhängung besteht aus 2 Querblattfedern, zentral um die Horizontalachse drehbar gelagert, wie einst beim Ford T-Modell. Eine direkte Zahnstangenlenkung sorgt dafür, daß der Kraka in die richtige Richtung fährt. Die Hinterachse ist starr als Triebsatzschwinge mit Gummifedern ausgelegt.
Der Fahrer sitzt zentral auf einem Muldensattel. Für zwei Passagiere können auf der Ladefläche Sitzpolster herausgeklappt werden. Der Name Kraftkarren rechtfertigt sich dadurch, daß das Fahrzeug bei 600 kg Eigengewicht 800 kg Zuladung erlaubt und dabei noch eine maximale Zugkraft von 720 kg auf befestigten Straßen bringt. Der Kraka hat im 1. Gang eine Steigfähigkeit von bis zu 55%. Technisch gesehen ist der Kraka ein Fahrzeug mit einigen Superlativen. Klar, daß sich auch andere Firmen dafür interessierten.
Der Bau des Krakas wurde von der Zweirad Union an die Spezial-LKW-Firma Faun abgegeben. Es gab später auch Motorversionen von BMW (700 ccm) und Citroen. Sogar MV-Agusta in Italien baute den Kraka in Lizenz.
Als letzte Version kam der Mini Panzerspähwagen auf Basis des Kraka heraus. Gebaut wurde der Kraka von 1962 - 1975.
Zum Charakter des Kraka schreibt Heiner Rössler, Automuseum Ibbenbüren: "Wenn Sie ein Fahrzeug suchen sollten, bei dem der Wetterschutz eines Motorrades, der Komfort eines Rodeopferdes, die Geschwindigkeit eines Fahrrades, die Geräuschentwicklung einer Kreissäge und der Reifenquerschnitt eines Formel I Rennwagens in glücklicher Weise verbunden sind: Hier ist Ihr Traumwagen.".
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| KRAKA mit Aufbauten für Flugplatz-Service, Feuerlöscher, Sauerstoff/Stickstoffbehälter usw. |
KRAKA mit Tankwagenanhänger (1000l) mit Handpumpe und Ölbehältern |
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| KRAKA mit Öl- und Treibstoff-Service Aufbauten für Baustellen, Flugplätze usw. |
KRAKA mit aufgebauter Kippmulde und Einachsanhänger |
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| KRAKA mit angehängtem Großflächenmäher (Stundenleistung 22.000 qm) |
KRAKA mit Federklappschneepflug für Links- und Rechtsräumung |
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| KRAKA mit aufgebautem WEISSER-Junior Streuautomat |
KRAKA in Spezial-Grubenausführung mit Dieselmotor |
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Technische Daten fur den Kraftkarren "KRAKA"
| MOTOR | |
FAHRGESTELLMASSE |
| Art des Motors |
Zweitakt-Otto-Motor Fabrikat Glas, mit Regler | |
Radstand |
2010 mm |
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Spurweite |
1100 mm |
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Dauerleistung |
15,5 PS bei 3900 U/min | |
Bodenfreiheit |
Mitte V.achse 260 mm |
| max. Drehmoment | 3 m/Kp bei 3780 U/min von 2100 3900 U/min über 2,8 m/Kp | |
Fahrgestell-Ausführung |
geschl. Profilrahmen aus Stahlblech |
| Lage im Fahrzeug |
Heckanordnung | |
ACHSDRÜCKE UND GEWICHTE |
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Aufhängung |
Dreipunkt, in Gummi | |
zuläss. Achsdruck vorn |
0,6 t |
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Schmiersystem |
Mischungs-Schmierung (Öl-Kraftstoffgemisch 1:20) | |
zuläss. Achsdruck hinten |
1,1 t |
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zuläss. Gesamtgewicht |
1,61 t |
| Kühlung |
Luft (durch Gebläse) | |
Leergew. einschl. Fahrer |
0,6 t |
| Zylinderanzahl |
2 | |
MASSE |
| Zylinderanordnung |
stehend (Twin) | |
Länge über alles |
2760 mm |
| Zylinderbohrung |
67 mm | |
Breite über alles |
1510 mm |
| Kolbenhub |
56 mm | |
Höhe über alles |
1355 mm |
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Gesamthubraum |
395 ccm | |
Höhe der Ladefläche |
755 mm |
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Spülverfahren |
Umkehrspülung | |
Größe der Ladefläche |
1815 x 1410 mm |
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MOTORZUBEHÖR | |
SONSTIGE DATEN
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| Kraftstoffbeh. Füllmenge |
25 Liter | |
Steigfähigkeit |
bis zu 55% im 1. Gang |
| Kraftstoff-Förderung
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Pumpe | |
Wattiefe |
500 mm |
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Luftreiniger |
Micronicfilter mit Ansauggeräuschdämpfer | |
maximale Zugkraft |
a) auf Betonstraße 720 kp mit 800 kg Zuladung |
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Vergaser |
BING 1/26/89 | |
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b) auf unbefestigter Straße 540 kp |
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Art des Vergasers |
Schrägdüsenstartvergaser | |
Zulässige Anhängelast: |
350 kp ohne Anhängerbremse |
| Elektrische Anlage |
12 Volt | | | 970 kp mit Anhängerbremse |
| Zündung |
Batterie-Zündung |
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| Unterbrecher |
Doppelunterbrecher |
| Unterbr.Kontaktabstand |
0,3 - 0,4 mm |
| Zündeinstellung |
2,5 mm v.o.T. |
| Zündkerzen |
Wärmewert 240, Gewinde M 18 x 1,5 |
| Elektrodenabstand |
0,6 mm |
| Zündfolge |
1 - 2 |
| Anlasser |
Bosch |
| AnlasserBetätigung |
elektrisch |
| Lichtmaschine |
Anlaß-Licht-Zündanlage 12V/130W |
| Art der Regelung |
spannungsregeind durch getr. Regler |
| Batterie |
12 V 24 Ah |
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KRAFTÜBERTRAGUNG |
| Kupplungsart |
verstärkte Mehrscheibenkupplung im Ölbad |
| Schaltgetriebeart |
4-Gang Klauenschaltung mechanisch |
| Anzahl der Gänge |
4 vorwärts, 1 rückwärts |
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Höchstgeschwindigkeit bei i/ges |
| 35 km/h | 40 km/h | 20 km/h |
| 14,1 | 12,61 | 21,21 |
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18,95 |
16,93 |
28,48 |
| 30,05 |
27,32 |
45,97 |
| 57,4 |
51,25 |
86,21 |
| 50,09 |
45,46 |
76,48 |
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IV. Gang |
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III. Gang |
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II. Gang |
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I. Gang |
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R. Gang |
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Ölfüllmenge im Getriebegehäuse |
2 Liter |
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Kraftübertragung |
Getriebe-Differential-Kette |
FAHRGESTELL |
| Anzahl der Räder |
4 |
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Reifengräße |
Lypsoid 22 x 12 |
| Reifendruck vorn |
0,8 atü |
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Reifendruck hinten |
0,8 - 1,4 atü |
| Radaufhängung vorn |
an 2 Querblattfedern |
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Radaufhängung hinten |
starr in Schwingrahmen |
| Federung vorn |
2 Halbelliptikfedern |
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Federung hinten |
Triebsatzschwinge mit Gummifedern |
| Art der Lenkung |
Zahnstangenlenkung |
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Fußbremse |
hydraulische Vierradbremse |
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Handbremse |
mechanisch auf beide Hinterräder |
| Konstruktionsänderungen vorbehalten |
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| Ur-Kraka mit DKW-Munga-Rädern |
Standard-Kraka Zweirad-Union |
Kraka-Werbung missverstanden |
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